Salz auf unserem Deck – oder Alma´s Sehnsucht nach Meer

Ein Urlaubsbericht

So wunderschön der Dümmer auch ist, manchmal ist eine Abwechslung sehr interessant.
Nachdem wir bereits im letzten Jahr mit unserer Shark24 die friesischen Meere, das Ijsselmeer und das Wattenmeer erkundet hatten, sollte es in 2022 noch eine Wiederholung geben.

Die Weite des Wattenmeeres und die navigatorischen Herausforderungen hatten es uns angetan. Und unsere Alma fühlt sich im tiefen salzigen Wasser ebenfalls so wohl, dass gesegelte Geschwindigkeiten bis 10 Knoten über Grund keine Seltenheit sind.

Also haben wir Anfang Juli in Eickhöpen gekrant und nachdem auch noch ein neues 5 PS Motörchen erstanden war, ging es mit Bulli und Trailer, Conny, Marco und Amelie Richtung Sloten in Westfriesland.

Um die Mittagszeit hatte Alma schon wieder Wasser unterm Kielschwert, der Mast war schnell gesetzt und die Unruhe der restlichen Mannschaft ließ uns dann schnell aufbrechen.
Bei guten 6 Bft. aus Nordwest stürmte die Alma über das Sloter Meer und Fluessen, anschliessende Kanäle konnten ebenfalls gut gesegelt werden und so waren wir schnell in Workum. Dort kannte Amelie sich sehr gut aus, hatte sie doch dort noch kurz zuvor mit ihrer Schwester Charlotte eine 29er Regatta erfolgreich absolviert. In Workum begrüßte uns eine weitere Shark Mannschaft, wir sollten im weiteren Verlauf des Urlaubs immer wieder voneinander hören bzw. uns auch treffen.

Am nächsten Tag ging es über das Ijsselmeer nach Den Oever, schliesslich wollten wir ja zügig durch die Schleuse und Richtung Texel. Es ist immer wieder ein besonderes Gefühl, wenn sich die Schleusentore Richtung Nordsee öffnen, wir alle genossen den schönen Moment.

Auf Texel blieben wir 2 Tage und erkundeten die Insel mit Fahrrädern. Besonders schön ist das Naturschutzgebiet „De Slufter“ im Nordwesten der Insel.

Da Amelie Mittwoch wieder nach Hause musste, segelten wir mit raumen Wind unter Spi nach Harlingen, um sie dort in den Zug zu setzen. Nächstes Ziel sollte für uns die Insel Ameland sein. Der Weg dorthin führt allerdings über ein Wattenhoch, das Kimstergat. Bei Ebbe fällt diese Stelle 1,5 m hoch trocknen. Wir rechneten den ganzen Abend, wie wir da ´rüberkommen sollten: Tidenhub Harlingen am betreffenden Tag : 2,1 m würde bedeuten: bei Hochwasser nur 60 cm Wassertiefe dort, selbst für uns niedrigwassergeplagten Dümmerseesegler recht wenig. Auch ein Anruf bei unserem Telefonjoker und jetzigem P – Boot Meister brachte keine Lösung. Wir rechneten also so lange, bis wir auf eine Wassertiefe von 1m bei HW kamen…. Des Rätsels Lösung ist tatsächlich einfach: Richtung Osten ist der Tidenhub immer größer und an dem Tag war er in Ameland 2,7 m -da das Wattenhoch an Ameland näher liegt als an Harlingen sollte es wohl klappen. Dennoch ankerten wir an der Stelle, bis unser Echolot „grünes Licht“ gab.
Glücklich erreichten wir Ameland, der Wind hatte ordentlich aufgefrischt, so dass der Hafenmeister uns gerne 2 Nächte einen schönen Liegeplatz gab.
Eine lange Strandwanderung zur Abwechslung tat sehr gut.

Mit wieder segelbarem Wind ging es dann zur Insel Schiermonnigkoog. Auf dem Weg dorthin musste wieder ein Wattenhoch überwunden werden. Aber wir wussten ja nun bereits Bescheid. An betreffender Stelle ankerte schon eine 14m Segelyacht aus Rheine. Wir fragten uns, wie die denn darüber kommen wollte. Schnell kamen wir auf dem Wasser ins Gespräch und erfuhren erstaunt, dass dieses französische Aluminiumboot (Ovni) nach Aufholen des Kiels nur 60cm (! ) Tiefgang hat. (Jetzt müssen wir nur noch einen entsprechenden Kran finden, dann segeln die auch bald auf dem Dümmer : – )

Schiermonnigkoog hat sich ebenfalls sehr gelohnt! Auf dem Weg dorthin kamen wir an meheren Sandbänken mit Robben vorbei. Ein toller Anblick! Da dieser Hafen nur von sehr wenigen Booten angelaufen werden kann, fanden wir einen schönen Liegeplatz und auch dort blieben wir 2 Nächte. Die Strände dieser Insel zählen zu den breitesten und saubersten Europas!

Da der Wind wieder auf NW 6 aufgefrischt hatte und die Aussichten für die folgenden Tage ähnlich waren, entschieden wir uns, Richtung Süden zu segeln. Die „Stande Mast Route“ bot sich dafür an. Man kann von Lauwersoog bis Sneek und noch weiter durch Kanäle und Seen fahren, Hindernisse sind halt nur diverse bewegliche Brücken. Allein bis Leeuwaarden passierten wir gefühlte 20 Brücken, die aber immer zügig geöffnet wurden. Besondere Highlights sind die Äquaducte: man segelt einfach über Autostraßen hinweg.

Shark meets Hai….
In Sneek trafen wir Freunde mit ihrer„Hai 760“ da das Geschwindigkeitspotenzial dieser Namensvettern allerdings dermaßen auseinanderdriftet, haben wir uns immer erst abends wieder getroffen und zusammen Freude gehabt.

In Stavoren begegneten wir den anfangs erwähnten Sharkseglern wieder, diese waren schon wieder auf der Rückreise. Wir dagegen machten das Ijsselmeer mit passenden Winden unsicher:
Medemblik, Edam, Lelystad, Urk und Enkhuizen folgten, bis wir schliesslich in Lemmer landeten, wo unsere Tochter Charlotte bereits wartete. Sie war mit einer Freundin rennradfahrenderweise auch dorthin gekommen, um Connys Geburtstag mit zu feiern.

Kurz vor Sloten verließ uns der Wind, aber die letzten 4 Seemeilen konnten wir gut motoren.
Insgesamt sind wir 280 sm unterwegs gewesen.
Ein wunderschöner Urlaub!

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